„Centralis ist auf jeden Fall deutlich schneller als geplant“ 

Donnerstag, 12. März 2026

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Mit dem Finanzinvestor Activum SG als neuem Hauptgesellschafter hatte der Entwickler Centralis 2025 angekündigt, ein 500 Mio. Euro schweres Portfolio mit Serviced Apartments aufbauen zu wollen. Dieses Ziel ist nun in Sichtweite. 

Activum SG ist Mitte vergangenen Jahres bei dem auf Serviced Apartments spezialisierten Entwickler Centralis eingestiegen, um mittelfristig ein Portfolio mit einem Bruttovermögenswert von 500 Mio. Euro aufzubauen. Neun Immobilien mit 550 Einheiten – teils noch in Entwicklung, teils wiedereröffnet – brachte Centralis dafür schon mit. Darunter waren das Sternhotel am Marktplatz in Bonn, ein Haus am Fischmarkt in Köln und ein im Bau steckengebliebenes Projekt in Nürnbergs Einkaufsstraße Breite Gasse

Bis Ende vergangenen Jahres wurde das Portfolio auf 734 Serviced-Apartments mit einem Gesamtvolumen von etwa 175 Mio. Euro aufgestockt, berichtet nun Fabian Vieregge, Mitgründer und Co-CEO von Centralis. Und in diesem Jahr geht es zügig weiter: In der Pipeline sind ihm zufolge sechs weitere Häuser mit mehr als 400 Einheiten und einem Gesamtvolumen von 175 Mio. Euro. Sagen will er dazu bislang nur so viel: „Es sind Assets in Köln, München, Hamburg und Berlin, die wir entweder schon gekauft haben oder in Exklusivität verhandeln und bis Jahresmitte closen wollen.“ Bis Ende des Jahres sieht Vieregge das Portfolio bei einem Gesamtvolumen von etwa 400 Mio. Euro. „Wir sind auf jeden Fall deutlich schneller als geplant.“ 

„Die innerstädtische Hotellerie wird sich extrem verändern“ 

Das zügige Wachstum begründet der Centralis-Chef mit guten Kaufgelegenheiten aufgrund von finanziellem Druck und Insolvenzen, Portfoliobereinigungen und betreibenden Eigentümern, die das Geschäft nicht fortführen wollen – bei zugleich überschaubarem Interesse von Investoren. Zugegriffen wird in Bestlagen der sieben Top-Städte und einiger B-Städte, bevorzugt bei Hotels zum Herrichten. Vieregge schließt auch Projekte nicht aus. Wichtig sei jedoch, Risiken zu minimieren, betont er. „Vor dem Ankauf sollen die Assets vermietet, durchfinanziert und ohne Genehmigungsrisiken sein. Zudem haben wir mit dem Generalunternehmer Fixpreise zur schlüsselfertigen Übergabe festgelegt.“ 

Centralis und Activum SG gehören damit zur Riege derer, die aus Immobilien der Kategorien Value-add und opportunistisch Risikoärmeres für eine größere Investorenschaft formen. Kaufgelegenheiten sieht Vieregge einige für sein Unternehmen. „Die innerstädtische Hotellerie wird sich extrem verändern. Mietverträge laufen aus und zum Zug kommen dann Betreiber mit sehr schlanker Kostenstruktur.“ Will heißen: Kaum Personal, wenig Fläche jenseits der Apartments. Centralis arbeitet bislang mit Limehome, Stayery und Bob W zusammen. Mit Betreibern ist auch eine Expansion ins europäische Ausland angedacht. Die Portfoliogröße sei nach oben hin offen, sagt Vieregge. Solange die Bedingungen so günstig bleiben, werde weiter angekauft. Vorerst aber weiter in Deutschland. „Da gibt es noch viele Chancen, die wir nutzen wollen.“ 

https://www.iz.de/unternehmen/news/-centralis-ist-auf-jeden-fall-deutlich-schneller-als-geplant-2000041248